Du hast eine Frage zum Thema Bienen? Schreib uns, was du schon immer wissen wolltest und wir beantworten es dir/hier!
Carnica - Die liebe Biene von der Apfelwiese:
Apis mellifera carnica
Oder einfach Carnica, so heißt unsere sanftmütige Bienenrasse. Deshalb können wir oft ohne Schleier und Handschuhe in die Völker schauen oder mit den Jungvölkern arbeiten. Auch interessierte Besucherinnen und Besucher durften schon ohne Schutz direkt am Bienenstock die faszinierende Welt eines Volkes erleben.
Bei bestimmten Arbeiten – zum Beispiel bei der Schwarmkontrolle oder wenn wir alle Waben sorgfältig durchsehen – herrscht jedoch ein so dichtes Gewusel, dass wir dann doch lieber zu Schleier und Handschuhen greifen. So können wir in aller Ruhe arbeiten, denn das mögen die Bienen.
Honig - Vielfältiges Genuss- und Nahrungsmittel:
Auf dem Foto siehst du Bienen auf einer Honigwabe. Hier ist ausschließlich Honig eingelagert – es befinden sich keine Brutstadien wie Eier, Larven oder verpuppten Larven in den Zellen. Im oberen Bereich der Wabe haben die Bienen die Honigzellen bereits mit einer dünnen Schicht aus Bienenwachs verdeckelt. Das ist meist ein gutes Zeichen dafür, dass der Honig reif ist: Er enthält dann weniger als 18 % Wasser und ist somit sehr lange haltbar.
Doch was ist Honig eigentlich?
Honig ist ein von Bienen hergestelltes Naturprodukt, das hauptsächlich aus verschiedenen Zuckerarten besteht – vor allem Fruchtzucker (Fructose) und Traubenzucker (Glucose). Er entsteht, wenn die Bienen Nektar von Blüten sammeln, mit körpereigenen Enzymen anreichern und durch wiederholtes Umlagern und Eindicken in den Waben weiterverarbeiten. Dabei entziehen sie dem Nektar nach und nach das Wasser.
Neben Zucker enthält Honig zu etwa 2% auch eine Vielzahl wertvoller Inhaltsstoffe wie Enzyme, Aminosäuren, Vitamine, Mineralstoffe, Antioxidantien und sekundäre Pflanzenstoffe. Diese machen ihn nicht nur zu einem natürlichen Süßungsmittel, sondern auch zu einem begehrten Hausmittel mit entzündungshemmenden und antibakteriellen Eigenschaften.
Kurz gesagt: Honig ist ein hochkomplexes Naturprodukt, das weit mehr ist als nur „süß“ – er ist das Ergebnis der faszinierenden Teamarbeit tausender Bienen.
Auf dem Foto siehst du eine Jungimkerin, die das verdeckelte Wachs von der Honigwabe ablöst, um den Honig anschließend in der Honigschleuder ausschleudern und nach dem sorgfältigen, mehrfachen Sieben genießen zu können.
Aber fehlt den Bienen dann nicht der Honig?
Einen Großteil des Nektars, fast 70%, wird von den Bienen direkt im Laufe des Frühjahrs und Sommers verzehrt oder für die Fütterung der Brut verbraucht. Nur knapp ein Drittel wird zu Honig weiterverarbeitet (Tautz & Steen, 2017: 162) und als Wintervorrat eingelagert. Ein kleiner Teil in die Waben des Brutnestes – dieser Honig bleibt dort bei den Bienen - und zum größeren Teil in den Honigraum, den wir Imker entnehmen können. Als Ersatz für den entnommenen Honig aus dem Honigraum bekommen die Bienen ab Juli/August regelmäßig ein spezielles Winterfutter zugefüttert. Dieses zeichnet sich dadurch aus, dass es nicht hart auskristallisiert (wie z.B. Raps- oder Apfelblütenhonig) und eine für die Bienen optimale Zuckerzusammensetzung hat, sodass die Bienen im kalten Winter - ohne zu viel Energie für die Aufbereitung zu benötigen - davon zehren können.
Ob nun die Überwinterung mit dem eigenen Honig oder dem Winterfutter des Imkers besser ist, darüber lässt sich streiten. So gibt es Studien, die zeigen, dass Völker, die auf eigenem Honig überwintern etwas vitaler sind, andere Untersuchungen sehen das Winterfutter mitunter im Vorteil, da dies im Gegensatz zum Honig keine Ballaststoffe aufweist. Ballaststoffreiche Winterkost führt dazu, dass die Bienen nicht erst im nächsten Frühjahr ihren ersten Toilettenflug machen, sondern bereits im Winter als Kot auf die Waben entleeren müssen, was zu bakteriellen Infektionen führen kann (Tautz & Steen, 2017: 163).
7 € - Ist das den Preis wert?
Warum 7 € für ein Glas Honig fair sind:
Hinter jedem Glas Honig steckt viel mehr als man denkt:
Die Materialanschaffung für z.B. nur zwei Bienenvölker liegt bei etwa 2.000 € – für Beuten, Rähmchen, Mittelwände, Schleuder, Honigsiebe, Schutzkleidung, etc..Dazu kommen jedes Jahr laufende Kosten von rund 200 € pro Volk für u.a. Wachsmittelwände, neue Rähmchen, Winterfutter, Varroaprävention, Versicherung und Vereinsmitgliedschaft.
Und nicht zuletzt: viel Zeit, Handarbeit und Herzblut. Unser Honig ist ein unverfälschtes Naturprodukt – direkt von der Apfelwiese, ohne Zusätze oder industrielle Verarbeitung.
Mit dem Kauf unterstützt du dieses Engagement und unsere kleine Imkerei.
Und warum ist der Supermarkt-Honig so günstig?
Dies hat viele marktwirtschaftliche Gründe. Und: der sehr günstige Supermarkt-Honig ist zumeist eine Mischung sehr vieler Honige aus dem Ausland, aus Mittel- und Südamerika, China oder Osteuropa. Also alles andere als lokal und nachhaltig. Nicht selten standen einige dieser mitunter sogar im Verdacht, mit günstigem Zuckerwasser gestreckt zu sein. Nachzuweisen ist dies aus biochemischer Sicht schwierig. Aktuelle Untersuchungen mit neuartigen Methoden zeigen jedoch: Der Verdacht scheint sich teilweise zu bestätigen.
**Update 08/25: Auch die aktuelle ZDF Doku Fake-Honig unterstreicht die immense Problematik gestreckten Honigs in unseren Supermärkten.**
Ob du dich also für lokale Qualität aus einem Bienenstock, den du vielleicht sogar schonmal selbst besucht hast und die ihren Preis hat und Wert ist oder eine mögliche günstigere Mogelpackung aus Übersee entscheidest, das liegt ganz an dir.